Fotoausstellung zu Umsiedlungen im Braunkohlerevier

· Presse

Fotoausstellung zu Umsiedlungen im Braunkohlerevier

21. September 2018

Am 19. September 2018 hat Monika Düker die Fotoausstellung „Revier“ des Fotografen Matthias Jung im Rahmen der Reihe „Kunst und Kultur im Grünen Foyer“ eröffnet. Die Fotos des Künstlers thematisieren die Braunkohle-Tagebaue und Kraftwerke im Rheinischen Revier sowie vor allem die von Umsiedlung betroffenen Ortschaften in der Region. Seit den 1950er Jahren mussten dutzende Städte und Dörfer der Braunkohle weichen. Nach Abschluss der letzten Umsiedlungen werden knapp 42.000 Menschen ihre Heimat verassen haben. 142 Ortschaften und Einzelanwesen in 20 Kommunen werden dann abgebaggert sein.

Matthias Jung aus Erfstadt besucht und fotografiert seit Jahren immer wieder die Menschen in den betroffenen Regionen, die ihre Heimat hinter sich lassen müssen sowie die leeren Gebäude und Straßen in den Ortschaften, die von ihren Besitzern und Besitzerinnen verlassen wurden. So entstand eine genauso beindruckende wie auch bedrückende Langzeitdokumentation der Braunkohleregionen, die besonders die Vergänglichkeit von Natur und Leben thematisieren soll. Diese verdeutlichts der Fotograf mit wiederkehrenden Motiven dunkler Wälder und Straßen, leerstehenden Häusern, aber auch mit Aufnahmen der Einwohner und Einwohnerinnen.

Besondere Symbolkraft hat ein Foto der Ausstellung, welches den Abriss des „Immerather Doms“ zeigt. Über 130 Jahre war die Kirche Wahrzeichen und Heimat für die Menschen in der Region. Trotz deren großen Protests sollte der Dom dem Braunkohletagebau Garzweiler weichen. Nach nicht ein mal zwei Tagen Abrisszeit blieben von dem einst mächtigen Immerather Dom nur noch Schutt und Asche übrig. Die Ausstellung wird die bis zum 26. Oktober im Foyer vor dem Grünen Fraktionssaal im Landtag zu sehen sein.